Affiliate Marketing KPI: Die wichtigsten Kennzahlen | uppr

17. Februar 2025
Autor : Marcel Schöne

Warum Affiliate Marketing KPI entscheidend sind


Affiliate Marketing ist eine der effektivsten Strategien, um Online-Verkäufe zu steigern und Markenbekanntheit zu erhöhen. Doch ohne eine gezielte Messung der Performance läuft jedes Partnerprogramm Gefahr, ineffizient zu arbeiten oder wertvolles Budget zu verschwenden. Hier kommen Affiliate Marketing KPI ins Spiel.

Key Performance Indicators (KPIs) helfen dabei:

2023-02 (33)-1

  • den Return on Investment (ROI) zu berechnen,
  • die Performance einzelner Affiliate-Partner zu bewerten,
  • die Rentabilität langfristig zu optimieren,
  • nachhaltige und profitable Partnerschaften aufzubauen.

Ein effektives Affiliate-Marketing-Programm sollte nicht nur den Umsatz steigern, sondern sicherstellen, dass dieser strategisch sinnvoll und nachhaltig ist. Dieses Whitepaper stellt die 10 wichtigsten Standard-KPIs sowie eine neue Metrik vor: den nPCI (Partner Concentration Index by uppr).

Zudem erläutere ich die Wichtigkeit eines Business Case für Affiliate Marketing um die wirtschaftliche Rentabilität des Kanals im Vergleich zu anderen Marketingmaßnahmen zu bewerten.

 

 

 

Die 10 wichtigsten klassischen Affiliate Marketing Metrics: 

  1. Umsatz durch Affiliate-Marketing

Warum wichtig? Der Umsatz gibt direkt an, welchen finanziellen Beitrag der Kanal leistet. Unternehmen analysieren, ob sich der Umsatz positiv entwickelt.

Affiliate_KPI_UMSATZ-uppr

Interpretation: Ein steigender Umsatz ist positiv, sagt aber wenig über die tatsächliche Profitabilität aus. Zusätzliche KPIs wie ROI oder TAPS helfen bei der Langzeitbewertung. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Publishern gibt zudem Aufschluss darüber, welche Partner am profitabelsten sind.


  1. Return on Investment (ROI)

Warum wichtig? Der ROI misst die Wirtschaftlichkeit des Affiliate-Kanals und zeigt, ob die Investitionen gewinnbringend sind.

Affiliate_KPI_ROI-uppr

Interpretation: Ein positiver ROI bedeutet Profitabilität. Ein niedriger oder negativer ROI weist auf ineffiziente Partner oder zu hohe Provisionen hin. Unternehmen sollten ROI-Trends genau verfolgen, um ineffiziente Kampagnen zu optimieren oder abzubrechen.


  1. Cost per Acquisition (CPA)

Warum wichtig? Der CPA gibt an, wie viel ein Unternehmen für einen neuen Kunden über Affiliates ausgibt.

CPA

Interpretation: Ein niedriger CPA zeigt hohe Effizienz, während ein hoher CPA auf zu hohe Provisionen oder ineffiziente Partner hinweist. Ein Vergleich mit anderen Marketingkanälen hilft bei der Budgetallokation.


  1. Conversion Rate

Warum wichtig? Die Conversion Rate misst, wie effizient Affiliate-Traffic in Käufe umgewandelt wird.

Affiliate_KPI_ConversionRate-uppr

Interpretation: Eine niedrige Conversion Rate kann auf unpassenden Traffic oder Optimierungsbedarf der Landingpages hinweisen. Durchschnittliche Conversion Rates liegen je nach Branche zwischen 1-5 %.


  1. Customer Lifetime Value (CLV)

Warum wichtig? Der CLV zeigt den langfristigen Wert eines durch Affiliates gewonnenen Kunden.

CLV

Interpretation: Ein hoher CLV bedeutet, dass sich die Kundenakquise langfristig lohnt. Unternehmen sollten Prämien für Partner bieten, die hochwertige Kunden gewinnen.


  1. Traffic-Anteil aus Affiliate-Kanälen

Warum wichtig? Diese KPI zeigt, wie viel Traffic über Affiliate-Quellen generiert wird. Ein zu hoher Anteil kann auf Abhängigkeiten hinweisen.

Affiliate_KPI_Traffic-Anteil_uppr


  1. Average Order Value (AOV)

Warum wichtig? Der AOV gibt an, wie hoch der durchschnittliche Bestellwert von Affiliate-Kunden ist.

AOV


  1. Anzahl der aktiven Affiliates

Warum wichtig? Zeigt an, wie viele Affiliates tatsächlich Verkäufe oder Traffic generieren.

Aktive_Publisher


  1. Stornorate & Rücksendequote

Warum wichtig? Hohe Rücksendequoten können auf schlechte Traffic-Qualität oder Betrug hindeuten.

Affiliate_KPI_Stronorate_uppr


  1. Earnings per Click (EPC)

Warum wichtig? Der EPC zeigt, wie viel Umsatz pro Klick erzielt wird.

Affiliate_KPI_EPC_uppr


Der normalized Publisher Concentration Index (nPCI)

Warum wichtig? Der nPCI misst die Konzentration der Provisionen innerhalb eines Partnerprogramms, berücksichtigt dabei aber gezielt die Anzahl der aktiven Publisher. Dies ist entscheidend, da es Programme mit unterschiedlicher Größe vergleichbar macht und verhindert, dass das Entfernen kleiner Publisher zu einer künstlichen Verbesserung des KPIs führt.

Vorteile gegenüber klassischen KPIs:

✅ Ganzheitliche Bewertung: Berücksichtigt sowohl Umsatzverteilung als auch die Anzahl aktiver Partner, wodurch ein realistischeres Bild entsteht.

✅ Manipulationsschutz: Das gezielte Entfernen von kleinen oder leistungsschwachen Publishern hat keinen positiven Einfluss auf den Wert.

✅ Vergleichbarkeit: Ermöglicht Benchmarking zwischen verschiedenen Programmen, unabhängig von ihrer Größe.

✅ Skalierbarkeit: Identifiziert Frühindikatoren für langfristiges Wachstum und hilft, Risiken durch übermäßige Konzentration zu reduzieren.

Berechnung des nPCI:

Affiliate_KPI_nPCI_uppr

Erklärung der Variablen:

  • n: Anzahl der aktiven Publisher mit Umsatz, also alle Partner, die mindestens eine Provision erhalten haben.
  • PCI: Der klassische Herfindahl-Index zur Berechnung der Marktanteils-Konzentration.
  • k: Gewichtungsfaktor zur Balance zwischen Umsatzverteilung und Publisher-Zahl (empfohlen: 5, um eine moderate Justierung vorzunehmen).
  • n_{min}: Mindestanzahl an Publishern für eine manipulationssichere Berechnung (empfohlen: 50, damit das Entfernen kleiner Partner nicht den KPI verbessert).
  • c: Strafterm zur Bestrafung unnatürlicher Publisher-Reduktion (empfohlen: 0.5, um plötzliche Abnahmen zu vermeiden).

Beispielrechnung für einen nPCI:

Angenommen, ein Affiliate-Programm hat 80 aktive Publisher, und die Umsatzverteilung ergibt einen PCI von 0,42. Die Berechnung mit den Standardparametern ergibt einen nPCI von 0,39, was auf eine hohe Konzentration der Umsätze auf wenige Publisher hinweist.

Anwendungsfälle des nPCI in der Praxis:

Der nPCI bietet Affiliate- und Performance-Managern eine datengetriebene Grundlage, um Programme effizient zu steuern und nachhaltig zu skalieren. Drei Kernanwendungsfälle verdeutlichen die praktische Relevanz:

  1. Optimierung der Partnerstruktur

    • Ziel: Möglichst breite Umsatzverteilung ohne Abhängigkeit von einzelnen Partnern.
    • Monitoring des KPI-Werts zeigt auf, ob zu viele Umsätze auf wenige Publisher entfallen.
    • Identifikation von B-Publishern mit Potenzial zur Umsatzsteigerung.
    • Erstellung gezielter Förderprogramme für Publisher mit Wachstumspotenzial.

  2. Strategische Partnergewinnung

    • Ziel: Neue Publisher gezielt akquirieren, um das Umsatzrisiko zu minimieren.
    • Definition von Akquise-Zielen anhand des nPCI-Werts (z. B. Gewinnung von 30 neuen Partnern pro Jahr, die mindestens 100.000 € Provision generieren).
    • Identifikation von Publisher-Segmenten mit Unterrepräsentation.
    • Nutzung von Incentives für neue Publisher mit hohem Wachstumspotenzial.

  3. Bewertung der Skalierbarkeit von Programmen

    • Ziel: Sicherstellen, dass das Wachstum nicht nur auf wenige Player verteilt bleibt.
    • Programme mit hohem nPCI sind robuster gegen Schwankungen und bieten größere Skalierbarkeit.
    • Der KPI hilft, Engpässe in der Publisher-Landschaft zu erkennen, bevor sie zum Problem werden.
    • Durch strategische Maßnahmen können nPCI-Werte optimiert und das Wachstum langfristig stabilisiert werden.

nPCI+N-Wert

Interpretation

0,00 - 0,05

Perfekt diversifiziert – sehr viele aktive Publisher mit gleichmäßiger Verteilung.

0,05 - 0.10

Exzellente Diversifikation – kaum Abhängigkeit trotz vieler Publisher.

0,10 - 0,15

Sehr gute Verteilung – risikoarme Umsatzverteilung mit vielen Partnern.

0,15 - 0,20

Gute Verteilung – nur geringfügige Dominanz einzelner Publisher.

0,20 - 0,25

Mäßige Konzentration – ein paar Publisher haben größere Anteile.

0,25 - 0,30

Hohe Konzentration – einige wenige Publisher dominieren.

0,30 - 0,35

Sehr hohe Konzentration – kritische Abhängigkeit trotz aktiver Publisher.

0,35 - 0,40

Extrem riskant – nur wenige Publisher bestimmen den Umsatz.

> 0,40

Alarmstufe Rot – Monopolstellung weniger Partner, dringend handeln!

 

Strategien zur Senkung eines nPCI:

Um den nPCI unter 0,3 zu bringen, könnten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Neue Publisher mit signifikantem Umsatzpotenzial gewinnen:
    • Durch gezieltes Onboarding von 15-20 neuen Partnern mit mindestens 50.000 € Jahresprovision wird die Umsatzverteilung breiter gestreut.
  • Bestehende B-Publisher zu Top-Partnern entwickeln:
    • Durch gezielte Optimierungsmaßnahmen und verbesserte Anreize können 10 bestehende B-Partner ihr Umsatzvolumen signifikant steigern.
  • Umsatz von dominanten Publishern diversifizieren:
    • Durch Exklusivkampagnen mit mittleren Publishern kann ein Teil der Umsätze von wenigen Top-Playern umverteilt werden.

Warum es wichtig ist, einen Business Case für Affiliate Marketing zu berechnen

2023-02 (59)

Ein Business Case für Affiliate Marketing hilft Unternehmen, die wirtschaftliche Rentabilität des Kanals im Vergleich zu anderen Marketingmaßnahmen zu bewerten. Durch die Berechnung eines Business Cases können Unternehmen:

  • Budget besser kalkulieren, indem sie die Kosten und erwarteten Einnahmen abwägen.
  • Erwartungen realistisch setzen, um festzustellen, ob sich der Kanal langfristig lohnt.
  • Risiken identifizieren, indem sie potenzielle Schwachstellen wie hohe Provisionen oder ineffiziente Partner erkennen.
  • Strategische Entscheidungen fundiert treffen, z. B. ob sie in neue Affiliate-Partnerschaften investieren oder bestehende Strukturen optimieren sollten.

Ein umfassender Business Case sollte Annahmen über Traffic, Conversion Rates, CPA und CLV enthalten, um ein realistisches Bild der zu erwartenden Profitabilität zu zeichnen.

Darüber hinaus sollten Unternehmen folgende Fragen berücksichtigen:

  1. Welche Fix- und variable Kosten fallen an?
    • Neben den Affiliate-Provisionen müssen Kosten für Tracking-Software, Partnerbetreuung und gegebenenfalls Agenturen einkalkuliert werden.
  2. Wie ist die Skalierbarkeit des Programms?
    • Lässt sich das Programm mit steigenden Budgets effizient erweitern oder entstehen Engpässe?
  3. Wie lange dauert es, bis sich Investitionen amortisieren?
    • Eine langfristige Betrachtung ist essenziell, da Affiliate Marketing oft erst nach einigen Monaten positive Renditen erzielt.
  4. Wie beeinflusst Affiliate Marketing andere Vertriebskanäle?
    • Überschneidungen mit organischem Traffic oder Paid Advertising müssen berücksichtigt werden, um Kannibalisierungseffekte zu vermeiden.

Ein solider Business Case ermöglicht eine datengetriebene Planung und stellt sicher, dass Affiliate Marketing ein nachhaltig profitabler Kanal bleibt. Unternehmen, die regelmäßig ihre Business Cases aktualisieren, können schneller auf Marktveränderungen reagieren und ihr Affiliate-Programm effizient steuern.

Keine Zeit, selbst einen Business Case zu erstellen?

Um Zeit zu sparen und keine wichtige Kennzahl zu übersehen, kannst du unsere uppr Business Case Vorlage herunterladen. Mit dieser Vorlage erhältst du eine strukturierte und bewährte Methode, um deinen Business Case für Affiliate Marketing effizient und fehlerfrei zu erstellen.

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Fazit: Warum du Affiliate Marketing KPI messen solltest

Affiliate Marketing KPIs sind entscheidend für die Steuerung und Optimierung deines Programms.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Regelmäßige Analyse der klassischen KPI.
  • Nutzung neuer Metriken wie APDS und TAPS für eine umfassendere Bewertung.
  • Reduzierung der Abhängigkeit von wenigen Partnern mit Hilfe des nPCI.

Durch den gezielten Einsatz dieser KPIs kannst du langfristig den Erfolg deines Affiliate-Programms maximieren!

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